Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Ägidius und einem bestens besuchten Gartenfest am Gerätehaus hat die Freiwillige Feuerwehr Schmidmühlen das zehnjährige Bestehen ihrer First-Responder-Gruppe gefeiert.

Zahlreiche Feuerwehrvereine und Ortsvereine mit Fahnenabordnungen, Ehrengäste sowie viele Bürgerinnen und Bürger nahmen an den Feierlichkeiten teil und würdigten eine Einrichtung, die aus dem Rettungswesen der Region längst nicht mehr wegzudenken ist. Die First Responder feierten dabei nicht nur ihr Jubiläum – sie wurden an diesem Tag auch für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement gefeiert.
Den Festgottesdienst zelebrierte der Feuerwehrpfarrer des Landkreises Amberg-Sulzbach, Pfarrer Dominik Mitterer. In seiner Predigt stellte er die Bedeutung des Feuerwehr- und First-Responder-Dienstes eindrucksvoll heraus und zog einen Vergleich zwischen Glauben und Einsatzdienst. So sei die Verbindung zur Integrierten Leitstelle für die Einsatzkräfte ebenso unverzichtbar wie die Verbindung zu Gott für den Menschen. Auch die Kommunikation innerhalb einer Einsatzgruppe verglich er mit dem Miteinander in einer lebendigen Pfarrgemeinde: Nur wer miteinander im Austausch bleibe und sich aufeinander verlassen könne, sei in schwierigen Situationen handlungsfähig.

Beim anschließenden Festakt reihten sich die Dankesworte der Ehrengäste aneinander. Kreisfeuerwehrarzt Marc Bigalke hob die enorme Bedeutung der schnellen medizinischen Erstversorgung hervor. Jede Minute, oftmals sogar jede Sekunde könne über Leben und Tod entscheiden. Die First Responder seien deshalb aus dem Rettungswesen nicht mehr wegzudenken. Kreisbrandmeister Jürgen Ehrnsberger betonte, dass die medizinische Kompetenz der Gruppe auch bei Feuerwehreinsätzen von großem Wert sei.
Die beiden Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz (CSU) und Bernd Heinisch (Freie Wähler) dankten den Ehrenamtlichen für ihren unermüdlichen Einsatz und überreichten jeweils eine Spende. Stellvertretender Landrat Henner Wasmuth (JU / CSU) , selbst im Feuerwehrdienst erfahren, sprach den Einsatzkräften seinen höchsten Respekt aus. Für Betroffene sei es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass bereits wenige Minuten nach dem Notruf professionelle Hilfe vor Ort sei. Bürgermeister Daniel Sandner erinnerte an persönliche Erfahrungen innerhalb seiner eigenen Familie. Mit dem Eintreffen der First Responder sei in einer belastenden Situation sofort Ruhe eingekehrt. Gleichzeitig warb er für die wichtige Einrichtung und deren Unterstützung.

In einem Rückblick ließ Leiter Maximilian Heimler die Geschichte der Gruppe Revue passieren. Am 1. Mai 2016 nahmen die First Responder auf seine Initiative gemeinsam mit Christian Renghart, Sandra Schmidt und Erwin Wittl den Einsatzdienst auf. Zur ersten Ausstattung gehörten lediglich zwei Einsatzrucksäcke und zwei Kindernotfalltaschen. Gleichzeitig befanden sich sechs weitere Helfer in Ausbildung. Bereits 2017 folgten neue Einsatzkleidung sowie ein Spendenaufruf und eine Haussammlung zur Finanzierung eines eigenen Einsatzfahrzeuges. 2018 konnte dieses angeschafft und in unzähligen Stunden Eigenleistung umgebaut werden. Der Gruppenführer dankte dabei besonders Matthias Segerer. Am 28. Dezember desselben Jahres fuhr die Gruppe ihren 400. Einsatz – gleichzeitig den ersten mit dem neuen Fahrzeug. Die feierliche Fahrzeugweihe folgte am 1. Mai 2019. Während der Corona-Pandemie unterstützten die Ehrenamtlichen unter anderem das Testzentrum im Hammerschloss, mussten ihren Einsatzdienst zum Schutz der Mitglieder zeitweise jedoch einschränken. Insgesamt wurden seit der Gründung mehr als 80.000 Euro an Spenden für die Arbeit der Gruppe eingeworben.
Beeindruckend fällt auch die Einsatzbilanz aus: 619 First-Responder-Einsätze, 611 Notarzteinsätze und 46 Sanitätsdienste stehen zu Buche. Die Helfer begleiteten unter anderem 50 Reanimationen, rückten zu 88 Verkehrsunfällen und insgesamt 668 internistischen Notfällen aus. Der Schwerpunkt lag mit 868 Einsätzen in Schmidmühlen, hinzu kamen Einsätze im übrigen Gemeindegebiet, in Burglengenfeld, Rieden und Hohenburg.

Heute wird die Gruppe von Maximilian Heimler geleitet, seine Stellvertreter sind Christoph Zollbrecht und Julian Decker. Das Team verfügt über mehrere Rettungssanitäter, Rettungsdiensthelfer sowie Einsatzkräfte mit Sanitätsausbildung. Seit der Gründung ununterbrochen dabei sind Maximilian Heimler, Christian Renghart, Julian Decker, Phillip Pirzer und Monika Ehrnsberger.
Auch der Blick richtet sich nach vorne: Geplant sind die Anschaffung neuer Einsatzjacken sowie einer Reanimationspuppe für die Ausbildung. Außerdem soll das Team um drei weitere Mitglieder verstärkt werden – damit die schnelle Hilfe auch in Zukunft dort ankommt, wo jede Minute zählt.
Bilder und Text: Josef Popp
